Ritewing Mini Drak

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    • Ritewing Mini Drak

      Ich habe mal wieder einen Baubericht von meinem aktuellen Winterprojekt für euch. Es ist der Wingracer Mini Drak von Ritewing.
      Dieses Modell gibt es schon einige Jahre und es ist besonders beliebt bei US Piloten. In Deutschland ist das Modell inzwischen recht
      schwer zu bekommen. Ich hatte schon länger mit dem Modell geliebäugelt und mich nun entschlossen eine INAV Version
      des doch recht teuren Modells aufzubauen. Es gibt natürlich schon eine ganze Reihe Bauberichte auf Youtube, die aber oft nicht
      so auf wichtige Details eingehen.


      Ritewing Mini Drak, Bausatz


      Kleber für das Modell


      Goop der Superkleber, dazu Atemschutz von 3M


      Die Elevons werden mit Schablone zugeschnitten

      Der Bausatz ist von guter Qualität und sehr passgenau. Die Elevons werden mittels einer
      2teiligen Schablone mit einem scharfen Messer zugeschnitten und mit Sandpapier bearbeitet.
      Ich habe sie anschließend mit einfacher Carbonfolie (Autozubehör bei Ebay) umklebt. Das reicht
      völlig aus, die Folie klebt wie teufel. Für das befestigen am Flügel verwende ich, wie bei allen
      meiner Wings die Spezialfolie Blenderm 3M, es gibt nichts besseres:
      ebay.de/itm/Blenderm-3M-Adhesi…1a5286:g:g90AAOSwrfFeHwV7

      Im Bausatz befinden sich jede Menge Carbonrohre und Streben, die im Modell eingeklebt werden müssen. Das geht wirklich am besten mit
      "Goop" dem Industriekleber aus USA. Doch vorsicht, das Zeug ist super giftig. Es darf nicht auf die Haut kommen und man sollte die Dämpfe nicht
      einatmen. Ich habe hierfür extra eine Atemschutzmaske:
      https://www.amazon.de/gp/product/B00EJIN038/ref=ppx_yo_dt_b_asin_title_o01_s00?ie=UTF8&psc=1
      und Chemieschutzhandschuhe bestellt:
      https://www.amazon.de/gp/product/B00K82ETDO/ref=ppx_yo_dt_b_asin_title_o00_s00?ie=UTF8&psc=1

      In den Bauvideos aus Übersee hantieren die Leute total leichtsinnig mit dem Zeug, sollte man unbedingt vermeiden.
      Auf Goop würde ich trotzdem nicht verzichten, glaubt mir, nichts klebt solche Komponenten besser.
      Hier mal ein Link zu einem guten Bauvideo:


      Für die drei Elektronikbuchten habe ich mir überlegt, Neodym-Magnete einzusetzen, diese sind stark genug um im Flug nicht auf
      zu gehen und ich erspare mir hässliche Klebestreifen. Die Buchten werden nur am hinteren Ende mit Schrauben im Modell fixiert.


      Neodym-Magnete in Millimetergröße (Ebay)


      Die 3mm Würfel passen super in die Buchtabdeckung


      Das Gegenstück wird im Modell in den Rumpf eingeklebt

      Der Motorträger aus Alu wird ebenfalls mit Goop im Rumpf eingeklebt.
      Der Motorhalter kann variabel auf dem Träger verschraubt werden, um
      den richtigen Schwerpunkt (16mm vor dem vorderen Carbonrohr) einzustellen.
      Den Motorträger muss man etwas mit dem Dremel anpassen, damit die
      Einschraubhülsen für die große Bucht noch in den Rumpf passen (siehe Foto):


      Motorträger mit Dremel angepasst

      Damit der Drak am Ende auch optisch seinen hervorragenden Flugleistungen angepasst ist,
      habe ich mir aus Canada eine sehr schöne Wrap Folie bestellt. Die Firma hat dankenswerter Weise
      eine große Auswahl an Drak Designs erstellt:
      nxgraphics.ca/product-category/wing/


      Teilfolierung des Mini Drak

      Das Folieren ging wirklich einfach von der Hand, besonders mit Hilfe eines Föns
      ist es für jeden leicht zu folieren.
      Hier noch das Video vom Hersteller der Folie:


      Im nächsten Bauabschnitt zeige ich euch, wie man eine vernüftige Nase mit FPV und Gopro am
      Modell anbringt....
    • Den Drak ohne FPV Brille zu fliegen ist ja nur der halbe Spass, daher muss man sich Gedanken machen, welche Kameras
      eingebaut werden sollen. Es gibt bei Thingiverse eine große Auswahl an 3D Druck Teilen für den Mini Drak, darunter auch
      Nasen für fast alle gängigen Kameras. Da ich eine Gopro 6 einsetzen möchte, habe ich mich für dieses Druckteil entschieden:

      thingiverse.com/thing:3172356

      Als FPV Kamera passt hier die Foxeer Falkor (Full Size) perfekt hinein. Man sieht immer wieder abgebrochene Druck-Nasen
      auf Youtube z.B. nach harten Landungen. Hier wollte ich eine möglichst stabile Adaption am Rumpf erreichen und habe in die
      Rückseite des 3D Druckteils drei Löcher gebohrt und mit (den großen) Holzspießen gespickt. Die Spieße schauen ca. 4 cm aus dem
      Teil heraus und müssen möglichst exakt in die vorher abgeschnittene Nase des Drak gestochen werden. Die Geheimwaffe ist hier
      wieder Goop Kleber. Wichtig ist, dass die Nase wirklich langsam und sogfältig, maximal grade abgeschnitten wird, damit die neue
      Nase perfekt passt. Das Ganze dann mit Klammer oder Schraubzwinge 12 Stunden trocknen lassen, vorher noch den Kanal für
      das FPV Kabel durchstechen. Die neue Nase ist danach bombenfest. Da sich im Rumpf ja 4 Carbonstreben befinden, die bis in
      die Nase reichen, muss man eine kleine Säge zum Abschneiden benutzen, mit dem Messer kommt mna nicht durch.
      Hier die Bilder:


      3D Teil und Schnittlinie angezeichnet


      Nase sauber abgeschnitten



      Holzspieße an der richtigen Stelle gestochen




      und mit Goop fest verklebt




      Das Ergebnis mit Gopro 6 und Falkor




      Es passt auch Gopro 5 und 7 in diese Nase


      Für die Flügelkanten gibt es auch einen passenden Schutz bei Thingiverse.

      Das ist besonders für die Landungen wichtig, damit die Flügelenden nicht leiden:




      Kantenschutz mit Goop oder Heißkleber anbringen


      Weiter geht es dann demnächst mit der ganzen Elektronik und dem Antrieb.


    • Nachdem das Päckchen mit dem Antrieb aus den USA auch eingetroffen ist, hier ein paar Infos dazu.
      Zum eigentlichen Weiterbauen werde ich erst am Wochenende kommen.

      Der Standard Antrieb für den Mini Drak ist ein 2814 Motor mit 1700 Kv und 4S Akku. Da der Ritewing Motor/ ESC nicht
      lieferbar ist, habe ich mich für den Cobra CP2814 mit 1800 Kv entschieden. Dazu den passenden Cobra Regler mit 100A.
      Es gibt die ESC auch mit 60A und 80A, da wollte ich aber noch etwas Luft nach oben haben, falls ich mal andere Propeller-
      größen verwende.


      Antriebskombo

      Grundsätzlich kann der Drak mit 4S, 5S und 6S geflogen werden. Bei 4S wird ein 7" Propeller empfohlen.
      Die meisten Piloten nehmen wohl den APC 7x5e, laut der nachfolgenden Motorentabelle ist aber nur der APC 7x4e im grünen Bereich.



      Da die Tabellen der Hersteller meist sehr konservativ gehalten sind und ich den Drak letztendlich per
      INAV Autostart (Autostart Parameter schreibe ich später bei den INAV Einstellungen im Bericht) in die Luft bringen möchte, ist der APC 7x5e keine schlechte Wahl.

      Der Cobra Motor passt jedenfalls perfekt in die Aufnahme und der Propeller hat ausreichend Platz.


      Cobra 2814


      Motorträger provisorisch installiert

      Achso hier noch die Bezugsquelle für den Cobra Antrieb:

      innov8tivedesigns.com/parts/brushless-motors?cat=289

      innov8tivedesigns.com/parts/speed-controllers-becs?cat=63

      Ich fliege den TBS Caipirinha 2 auch schon über 1 Jahr mit einem Cobra Antrieb
      und bin sehr zufrieden, zwar ziemlich laut, aber zuverlässig.

      Also in Kürze geht es dann weiter mit der Elektronik.

    • Ich habe als nächstes die beiden Elevons mit dem Blenderm 3M Klebeband am den Flügeln angebracht.
      Hierbei hat sich die Methode bewährt, zuerst den Elevon umgeklappt oben auf den Flügel zu legen und mit
      einem über die ganze Länge reichenden Klebestreifen die beiden Innenkontaktflächen von Flügel und Elevon
      zu verbinden. Danach kann der Elevon wieder zurückgeklappt werden und befindet sich nun in der gewünschten
      position, so dass nur noch ein Klebestreifen von oben über die gesamte Länge geklebt wird. Das Blenderm 3M sieht man
      kaum, es ist super reißfest, minimal dehnbar und hält Bombe. Aber hierbei hat ja jeder seine eigene Lieblingstechnik.


      Elevons sauber angebracht

      Etwas mehr Zeit war bei den beiden Anlenkgestängen erforderlich. Hier muss sehr sorgfältig gearbeitet werden, um ein sauberes
      Hardware Setup am Flügel zu haben. Ich hatte das Rod-Horn Set gleich mitbestellt:

      flyingmachines.de/Ritewing-Mini-Drak-Rod-Horn-Set

      Die Elevons müssen ca. 2mm nach oben getrimmt eingehängt werden und das Anlengestänge entsprechend exakt zugeschnitten werden.
      Die Servomitte habe ich mit dem Servotester eingestellt unnd dann Servoarm und Gestänge schön im rechten Winkel angebracht.





      Servotester für die Mittenbestimmung





      In INAV kann die Servo Mittenposition natürlich auch noch angepasst werden, ich wollte aber erstmal ein

      möglichst gutes Hardwaresetup als Basis haben, desto besser das Flugverhalten am Ende.





      Die Serovs habe ich mit Heißkleber in die Bucht eingeklebt, da die Hitec HS 225MG perfect in die Öffnung passen und sehr straff sitzen, ist eine weitere Fixierung nicht erforderlich.

      Den Rest der Elektronik habe ich schon mal grob eingepasst. Der AKK Dominator ist mit seinem Kühlkörper etwas zu hoch für die kleine Bucht. Da muss ich überlegen, ob ich die

      Abdeckung für den Kühlkörper aufschneide (wäre die perfekte Kühlung), oder ob er mit in die große Bucht kommt (bessere gesamt Optik).

      In den nächsten Tagen geht es weiter.
    • Es lebt! :D
      Ich habe alle Komponenten fertig verkabelt und schon mal mit einem 4000mAh 4S Lipo Leben in den Drak gehaucht.
      Nachdem ich in iNav den ESC kalibriert und die Outputs aktiviert hatte, konnte ich erstmalig den Motor anlaufen lassen.
      Die Servos tun auch was sie sollen (Servo 4 musste ich auf reverse stellen), GPS hat sogar im Haus 9 Sateliten gefunden
      und Kamera+VTX ließen sich über smartaudio einstellen. iNav hatte auch nichts zu meckern und hat alle Hardware mit grün abgehakt.
      Aber zu den iNav Einstellungen komme ich dann ganz zum Schluss noch, muss noch Servowege und Mitten überprüfen usw.

      Ja hier mal die weiteren Bilder vom Einbau der Elektronik. Es ist zwar schön, dass die aktuellen R9slim+ Empfänger mit 2 großen
      T-Antennen kommen, aber die Unterbringung ist dann doch etwas aufwendiger.


      GPS und Longe Range Empfänger mit Doppelantenne


      Antenne unten durchgestochen und mit Kabebinder und Schrumpfschlauch gesichert


      Empfängerbucht von oben


      F-35 auf Balsaholzplatte mit Tesa-Spiegeltape gefestigt.

      Dank der Steckverbindungen ist die Verkabelung echt easy. VTX und Kamera konnte ich direkt anschließen,
      GPS und R9slim habe ich ganz einfach mit TBS-Racewire Plättchen verbunden. Ist ne saubere Lösung,
      geht schnell und kein einschrumpfen der Minikabel nötig.


      TBS Racewire seitlich mit Tesa Spiegeltape platziert


      Camera Kabel im Kanal nach vore geführt und mit Blenderm 3M Tabe gesichert.


      Innenraum der großen Bucht


      Foxeer Falkor auch einfach mit Spiegeltape in der Nase befestigt. Vorher natürlich mit dem Joystik das Foxeer OSD abgeschaltet

      In Kürze geht es weiter mit den iNav Einstellungen. In der zweiten Bucht muss ich noch AKK Dominator VTX und Antenne anbringen.
      Der VTX Kühlkörper wird oben aus der Buchtabdeckung heraus schauen und mit Abstandshaltern in der Bucht eingeklebt. Bilder folgen...

      Achso, Goop Kleber bekommt man bei Ebay in transparent und schwarz.
    • Habe jetzt noch die zweite Bucht mit dem AKK Dominator VTX bestückt,
      die Antenne angebracht. Magnete in alle Buchten geklebt, so dass die Abdeckungen gut
      halten. Zum Thema Magnete und Kompass komme ich dan bei iNav noch.


      VTX mit 4 Abstandshaltern eingeklebt


      Abdeckung mit Belüftung für den Kühler


      Ritewing Mini Drak


      Ritewing Mini Drak im Größenvergleich mit dem TBS Caipirinha 2

      Gewicht Mini Drak (mit Gopro) = 1185 g

      Gewicht Caipirinha (mit Caddx Orca)= 1162 g

      beides ohne Akku gewogen.

      In den nächsten Tagen schreibe ich was zu den iNav Einstellungen und dann kommen bei gutem Wetter hoffentlich nur noch Flugvideos :thumbup:
    • Neu

      Gutes Flugwetter lässt immer noch auf sich warten, somit auch der Erstflug.
      Deswegen hier noch ein paar Infos zu INAV.

      Zu den grundsätzlichen Einstellungen eines FPV Wing gibt es viele Videos, hier ein sehr gutes auf deutsch:



      Nach dem Setup und der Kalibrierung kann schon der Mixer für den Flying Wing geladen werden.


      Ich habe die Werte von 50 auf 60% angehoben und damit einen guten Ruderausschlag.


      Wichtig ist noch , und das wird in keinem Tutorial extra gesagt, man muss den "Manual Mode" (früher passtrough mode) aktiviert haben. Nur in diesem Mode können die "echten" Servoausschläge kontrolliert und richtig eingestellt werden.



      Manual Mode auf einen Schalter legen


      Nachdem der Mixer geladen wurde kann man im nächsten Tab die Presets für den Ritewing auswählen:









      Was auch nicht richtig in den Tutorials erklärt wird ist die Sache mit Kompass und GPS Modul.

      Es gibt GPS Module mit Kompass und ohne, und die meisten INAV FC´s haben nochmal einen eingebauten Kompass.

      INAV nutzt normalerweise nur die GPS Daten und braucht keinen Kompass. Sollte doch der Kompass in INAV aktiviert

      sein, so muss er Kalibriert werden. Aber selbst ein richtig kalibrierter Kompass, besonders die im FC haben einen gewissen

      Drift, der NICHT in INAV sichtbar ist! Daher wird grundsätzlich empfohlen den Kompass (Magnetometer) zu deaktivieren.

      Wenn doch beides aktiviert ist und der Drift zwischen GPS und Kompass 60 Grad erreicht, arbeitet INAV mit den Kompassdaten, die

      dann zu Fehlnavigation oder RTH Fehlern führen kann. In meinem Drak sind viele Magnete eingeklebt, so dass ich den Kompass

      im FC auf jeden Fall deaktiviere und mein Matek GPS Modul hat keinen Kompass.




      Kompass deaktivieren


      Hier noch meine eigenen Autolaunch Parameter für die Eingabe in der CLI Konsole:



      set nav_fw_launch_motor_delay=170
      (Motor läuft zügiger an)

      set nav_fw_launch_climb_angle=30
      (30° Winkel beim Start)

      set nav_fw_launch_thr=1800
      (Gas Wert beim Start)

      set nav_fw_launch_timeout=7000
      (7 Sekunden Dauer des Autolaunch, danach manuelle Kontrolle/ oder bei Stickeingaben)

      "save" nicht vergessen.


      Mit diesen Werten hatte ich bislang eine 100% Erfolgsquote beim Autostart des Caipirinha 2.
      Hoffe das passt beim Mini Drak genauso, ich werde berichten.
    • Neu

      BLUESCREEN_ISU schrieb:

      Es gibt GPS Module mit Kompass und ohne, und die meisten INAV FC´s haben nochmal einen eingebauten Kompass.
      Es gibt kaum FCs, die einen Kompass eingebaut haben. FCs für Wings/Planes, also bspw. Matek F405-Wing oder F765-Wing erst recht nicht. Einen Kompass gibt es, wenn überhaupt, nur auf dem GPS-Modul oder extern. Und ja, für Wings/Planes ist ein Kompass nicht notwendig und eher eine zusätzliche Störquelle wenn nicht korrekt kalibriert.

      Bzgl. der Verwendung von Presets wäre ich übrigens ein bisschen vorsichtig. Je nach iNav-Version sind die Presets ziemlich alt und für die ersten Versuche würde ich die Standard-Einstellungen verwenden.
    • Neu

      BLUESCREEN_ISU schrieb:

      Stimmt, war fest der Meinung mein F-35 hätte einen Kompass, da er in der Beschreibung erwähnt wird, aber nur bezogen
      auf full options mit GPS Modul.
      Der F35 Lightning FC hat als einer der wenigen FCs einen Kompass eingebaut. Und zwar auf der FC und nicht im GPS Modul. Ich würde ihn auf jeden Fall nicht benutzen, die Entfernung zu stromführenden Leitungen ist einfach zu gering.