Sekundenkleber zum Reparieren und Beschichten

    • Sekundenkleber zum Reparieren und Beschichten

      Moin,
      hier vielleicht ne Methode, die ihr mal probieren könnt. Irgendwann hab ich durch Zufall mal rausgefunden, dass flüssiger Sekundenkleber und Carbon ne ziemlich gute Kombination sind. Das war eher durch ne Notsituation, da mir mal n Arm von nem Whoop gebrochen ist und ich aber weiterfliegen wollte. Also Sekundenkleber schnell im Tante Emma Laden geholt, davon gibts da wo ich wohne an jeder Ecke einen. Das Zeug nennt sich hier witzigerweise Elefantenkleber - ist aber das klassische Cyanacrylat - und sehr dünnflüssig, wird in kleinen 20ml Plastikfläschchen mit nem Elefanten oder Löwen drauf verkauft und kostet umgerechnet 30 Cent... also nix. Das hat erstaunlich gut gehalten - solange man nicht allzu heftig crasht. Ich hab dass dann zuhause nochmal von unten mit Restcarbon verstärkt und geschliffen und seitdem ist der Arm nie wieder gebrochen...

      Ich hab dann noch n bissl weiter mit dem Kleber experimentiert. Auch ne angebrochene Topplate, kann man damit recht gut fixen. Wichtig ist nur, dass der Kleber wirklich sehr dünnflüssig ist und schön in die Ritzen reinläuft. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Reparierte Stelle am Ende steifer als vorher war.

      Was mich dann auf ne Idee gebracht hat: Warum eigentlich nicht den ganzen Frame mit Sekundenkleber beschichten... Das ganze hat meiner Meinung nach mehrere Vorteile:
      1.) Der Frame wird insgesamt steifer, da Sekundenkleber grundsätzlich nicht flexibel ist - Das ist dann vor allem für kleine leichte Frames (3mm oder weniger) mit dünnen Armen (z.B. Toothpick) echt deutlich merkbar.
      Wer weiss - vielleicht hilft das ja auch dagegen, falls der Frame zum Schwingen neigt.
      2.) Sekundenkleber ist auch nicht leitfähig - durch die Beschichtung ist die Elektronik nochmal n bisschen besser geschützt, falls dochmal durch nen Crash Kontakt zum Frame bekommt.
      3.) Es ist auch noch, wenn auch eine dünne zusätzliche Opferschicht, die halt zuerst kaputt geht, im Falle des Einschlags.
      4.) Der Kleber wiegt fast nichts, also bei nem 3 Zoll Frame, hab ich gerade mal n 1/3 des Fläschchens verbraucht. Also höchstens 1-2g für den kompletten Frame.
      5.) Anwendung viel simpler und schneller als die Sauerei mit Epoxy etc,
      6.) Besonders bei älteren Frames ist die Oberfläche ja oft schon recht angegangen, bzw. löst sich auch mal hier und da was. Mit ner Schicht Sekundenkleber drauf ist das wieder alles schön verklebt.


      Auch die Anwendung ist super simpel:
      - Den Frame leicht mit 320er oder 400er Schleifpapier anschleifen, dann einfach ein paar Tropfen auf den Frame geben und mit der Kanüle von dem Kleber verteilen. Am besten n Blatt Papier unter die Karbonteile legen, falls mal was runtertropft. Am Ende sieht dass dann im Grunde aus wie ne Schicht Klarlack nur halt nicht so schön glatt (Wüsste jetzt auch nicht wie man es glatt hinbekommen könnte) Dosieren lässt er sich auch super - Trockenzeit; paar Sekunden oder Minuten halt, wenns n bisschen zuviel war - Der Bildet dann ne harte dünne Schicht die sich so ein bisschen wie Hartplastik anfühlt. :D Sämtliche Bohrungen für die Schrauben sind danach weiterhin recht problemlos nutzbar, da der halt sehr dünnflüssig ist.

      - Sekundenkleber wird mit der Zeit allerdings porös, soweit ich weiss - D.h. nach nem Jahr oder so muss man dann die Prozedur vielleicht nochmal machen. Falls der Frame dann noch lebt ;)
      Den alten Kleber bekommt man aber super leicht an- oder runtergeschliffen. Auch Stellen, wo der dann durch Crashs abgeplatzt ist lassen sich ruckzuck wieder beschichten. kurz anschleifen, tropfen Kleber drauf, verteilen, fertig.

      Ich meine, dass sich dass vor allem für kleinere Frames mit dünneren Karbonschichten und auch allgemein dünneren Armen echt lohnen kann. Bei 5 Zoll hab ich das jetzt noch nicht probiert. Aber da sind ja auch die Arme meistens so dick, dass die sich keinen Millimeter biegen lassen. Aber auch hier würde ich das zumindest an den Rändern auch mal machen.

      Wer will, kanns ja gerne mal an nem älteren Frame testen. Hier bei den Bildern war das ein älterer IH3 Frame der nach einem Jahr schon relativ müde war. Diverse Abplatzer - ein leicht angeknackster Arm, an den Enden löste sich so langsam das Karbon usw. Einmal rundrum beschichtet und auch ordentlich Kleber in alle Ritzen reinlaufen lassen. Das Teil ist jetzt steifer als er neu war. Ob das auch so bleibt wird der Langzeittest zeigen - aber im Moment macht er einen super Eindruck. Ich hab auch mal Testweise versucht den angeknacksten Arm unter Gewalt zu biegen. Da tut sich nix.
      Bilder
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Onkel_Ho ()

    • Servus!
      Was bringt denn so eine Behandlung an Zusatzgewicht?
      Wie lange hast du gebraucht um den ganzen Frame zu behandeln?

      OK, um mal schnell was zu fixen taugt die Methode - habe ich auch schon zig mal gemacht.... .
      Ist aber meiner Erfahrung nach nicht so haltbar wie eine nicht gebrochene Cfk Platte/Strebe/Arm - liegt wohl einfach in der Natur der Sache dass unbeschädigte, mit Epoxy getränkte Carbonfasern mehr aushalten als Fasern die mit einem spröden (Seku/Elefantenkleber) Medium zusammen gehalten werden!?

      Wie stabil das Ganze ist/wird, hängt natürlich auch von der Art des Bruchs ab!
      Ist der Bruch glatt, wird die Reparatur niemals so stabil wie bei einem faserigen Bruch.

      Wenn ein Frame zu Vibrationen neigt, ist es einfach eine Fehlkonstruktion!
      Kann man vielleicht mit deiner Methode "verbessern", besser wäre aber ein durchdachter Frame weil, und jetzt möchte ich zum letzten Punkt kommen :
      Ein BISSCHEN!!! flexen ist gar nicht verkehrt weil dadurch bei einem Crash viel Energie abgebaut werden kann bevor etwas bricht.

      Gruß Chris
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    • Moin - also vom Gewicht her kann man das definitv vernachlässigen. Ich von den 20ml vielleicht 5ml verbraucht für den frame. Also am Ende maximal 1-2g für nen 3zoll frame. Auf jeden Fall leichter als epoxy z.b.
      Gedauert hat nicht wirklich lang - halbe stunde vielleicht? Ist ja Sekundenkleber... ;)

      Wie stabil das Ende tatsächlich ist wird sich zeigen - der frame hatte nur ne kleine Bruchstelle - der Arm war ja noch dran und im Grunde auch noch fest. Was mir halt aber aufgefallen ist, ist, dass selbst ein neuer frame bis 3inch oder Toothpick halt nach der Beschichtung definiv steifer ist. Ansich änderst du ja nix an der Bruchfestigkeit und der Flexibilität vom frame selbst - also im Falle eines Crashs ist ja immer noch das Carbon mit Epoxy drunter. Also wahrscheinlich würde dann halt der Sekundenkleber zuerst brechen und dann geht's in den frame. Was aber kein Problem ist finde ich - wenn man's wieder steif haben will - abschleifen Kleber drauf, fertig.

      Richtig - glatte Bruchstellen kann man mit Sekundenkleber knicken. Am besten ist gesplittert - Was dann aber zum Teil geht, ist, wenn man drunter n bissl Karbonrest als Support klebt.

      Also ich finds bis jetzt immer noch echt cool - vor allem hast halt auch noch ne doch Recht harte Schutzschicht, die im Grunde nichts wiegt.

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    • Ich bin da bei noobert. Meines Erachtens ist das ganze Prozedere nicht sinnvoll. Sekundenkleber hat kaum mechanische Stabilität und auch keine guten elastischen Eigenschaften. Im Vergleich mit Harz ist das Material überhaupt nicht gut. Keiner würde ein CFK Bauteil mit Sekundenkleber tränken anstatt Harz zu nehmen.
      Wenn der Frame sich etwas biegt, wird die Schicht aus Sekundenkleber Risse bekommen, weil diese Schicht letztlich doch nur oben aufliegt.
      Man kann sicherlich eine Delaminierung mit Sekundenkleber etwas stabilisieren. Aber die Stabilität von Harz wird es nicht erreichen.
    • Was ich häufiger bei den stark exponierten Streben der Verticals mache ist Bruchstellen mit Sekundenkleber ausgießen, dann mit dem Tesa Flauschtape umwickeln und dieses ebenfalls ein wenig tränken.

      Das hält bei glatten Brüchen natürlich nicht so gut wie vorher und auch die Räuber Oberfläche ist wahrscheinlich für den Luftstrom nicht ideal, aber bei nem Rennen zwischen den heats den Kopter so wieder fit machen, ohne ne neue Strebe verbrauchen zu müssen ist schon von Vorteil.

      Wenn man das zu viel macht leiden am Ende aber alle anderen Komponenten. Wenn die langsam alle weich werden, dann geht's an die Bottom- und Topplates...
      Ironie ist wie dieser Smiley:
      °.-/)
    • Ich hab den Kleber bei mir auch richtig in die angebrochene Stelle reinlaufen lassen - solange, bis halt der Kleber nicht mehr versickerte sondern oben blieb.

      Ob das nun auch weiterhin hält, muss ich sehen - die letzten 5 Flüge hielts problemlos. Leider ist hier gerade Regenzeit, sodass ich jetzt nicht ausgiebig testen kann.

      Theoretisch könnte man ja auch mit stark verdünntem Epoxy an die Stellen - aber das dauert dann halt und ist ne ziemliche Sauerei.
    • Ich denke, dass eine vollflächige Beschichtung nicht wirklich hilft oder was bringt. Aber sehr dünnflüssiger Sekundenkleber ist schon super zum reparieren. Was ich anderswo schon gehört habe, ist dass man die Fräskanten mit dünnem Sekundenkleber verstärken kann, um Arme usw. vorm delaminieren zu schützen. Das kann ich bestätigen. Bei einem (billig) Frame hat sich die CFK Platte einfach in mehrere Schichten aufgelöst. Das konnte sehr gut und bis jetzt haltend mit Sekundenkleber repariert werden. Dazu anschleifen, und oben und unten über die Bruchstellen ebenfalls ein paar lagen CFK mit dünnem Sekundenkleber aufgeklebt gibt nochmal zusätzlich Stabilität. Doch vorsicht, dünnflüssiger Sekundenkleber, wirklich dünnflüssig, dünner als Wasser ist ein Sauzeug! Mama hat früher immer geschimpft als ich wieder ne neue Bastelhose mit Flecken drauf hatte, weil ich "eben schnell" was kleben wollte damit...
      ... Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen... Außer beim FPV Racing... 8)