Ender 3 Unheilbarer Elefantenfuss

    • Ich hab die ganze Diskussion in dem anderen Thread leider nicht gelesen.
      Kann sein, dass vielleicht einiges schon beantwortet wurde.

      Ist dein Drucker wirklich sauber aufgebaut und alles geht leichtgängig und ist im rechten Winkel?
      Alle schrauben angezogen?
      Ist dein Vorschub richtig eingestellt, dass auch wirklich nur 100mm kommen, wenn du 100mm exdrudierst?
      Ist dein Bett sauber gelevelt?

      Hast du dich um LW und Flow schon gekümmert?
      Hier gibt es in der 3D Druck Community einen Fahrplan, der hat mir wahnsinnig geholfen, meinen Drucker bzw. die Menge an Material richtig einzustellen.
      Alleine bei mir konnte ich meinen Elefantenfuß mit dem einstellen von LW enorm reduzieren. Bei einer Farbe PLA bin ich zb. mit dem LW bei 0,33 und Flow bei 87% so konnte ich wirklich absolut gute Ergebnisse erziehlen.

      Hast du diesen Fahrplan schon durch. Kann ich wirklich nur Empfehlen. Da werden noch bessere Druckergebenisse erziel, auch wenn man das Anfangs nicht glaubt.
    • Darf ich hier externe Foren verlinken?
      Der Aufbau ist finde ich das eine, die richtigen Slicer Einstellungen das andere.
      Gerade der Fahrplan hat mir extrem weiter geholfen.

      Zu der Kühlung. Zu viel Kühlung kann sich auch negativ auswirken, da das Filament zu schnell Abkühlt und sich zusammen zieht. Teilweise drucke ich sogar ganz ohne Kühlung.
    • Ich würde sagen dass da andere Foren hier schon öfters verlinkt wurden, das in Ordnung geht?
      Jap, hast recht mit der Kühlung. Sie kann aber auch nicht ausreichend sein. Wenn die ersten Layer nicht genug gekühlt werden, bleibt das Material plastisch und bei grösser werdendem Druck (also wenn das bauteil höher wird) werden sie nach aussen gepresst. Das ist zumindest was ich bei mir beobachte.
    • Ich muss nochmal was zu diesen E Steps vom Extruder sagen.
      Ganz oft lese ich, dass muss kalibriert werden, und viele bekannte Youtuber berichten das auch.
      Das ist so nicht ganz richtig.

      Die Übersetzung ist quasi durch die Räder schon mathematisch vorgegeben.
      Bei schlechten Extrudern mit minderwertigen Rädern kann man das zwar mal kontrollieren, aber ein Wert ist da immer noch nicht so aussagekräftig.


      Die Menge des Filaments welches Extrudiert wird, hat noch andere Faktoren.
      Wie rutschig ist es, also wie gut kann der Extruder das greifen. (TPU vs Nylon/PP)
      Wieviel Gegendruck hat man vom Hotend. (Nozzel Durchmesser, Temperatur, Fullmetal oder Bowden)
      Wie schergängig ist das Filament von der Rolle zu bekommen. (Gut gewickelt, kurzer weg, oder langer Bowden und teilweise klebt das Filament auf der Rolle)
      Ist das Filament etwas dünner oder dicker und die Haftung im Extruder ändert sich. (Weiches Dehnbares Filament oder einfach schlechte Qualität)
      Und mit am wichtigsten, wie stark ist das Extruder Rad gespannt. (maximal, so dass harte Filamente gut gehen, aber weiche so gedrückt werden, dass sie sich ums Rad wickeln)


      Das mag zu Anfang gut funktionieren, wenn man nur 1-2 sehr ähnliche Filamente druckt.
      Aber wenn man dann sehr weiches TPU zB A70, Nylon (welches super rutschig ist) und noch sowas wie klassisches PLA druckt sind all diese Faktoren unterschiedlich.


      Sowas reguliert man dann über den Flow, den stellt man für jedes Filament ein. Die E Steps vom Extruder lässt man auf dem mathematisch korrekten Wert.
      @beeRacer für einen BMG sind das 420.

      Der Flow ist dann ein materialabhängiger Korrekturfaktor.
      Ich habe einige Testfiles um den Flow zu ermitteln, dabei sei gesagt, der Flow ist auch Temperaturabhängig, wenn ihr mit der Temperatur rauf oder runter geht muss auch der Flow korrigiert werden.
      Für fast alle Filamente empfehle ich mind. 10% breitere Linien zu drucken als der Durchmesser vom Nozzel. Somit quilt das Filament leicht aus dem Nozzel heraus, der Druck ist hoch, und es schließt Lücken besser und der Druck wird stabiler.
      Nur Filamente die keinen Gegendruck mögen (wie A70) sind bei 100% zu drucken.

      Ich hab mal ein paar der Walltests zum Vergleich angehangen.

      Hier druck man bei 0,44mm Breite durch ein 0,4mm Nozzle einen "Ring" mit 2 Wänden, dieser sollte dann 0,88mm breit sein.

      Diesen Drucken dann an allen Seiten mehrfach messen, ggf auf den Elephantenfuß achten ;)
      Und einen Mittelwert finden.

      Sagen wir mal der Flow stand auf 105% gemessen haben wir 0,96mm, haben wollen wir aber 0,88mm.
      Also rechnen wir 0,88 / 0,96 * 105 = 96

      Somit ist 96 unser neuer Flow bei dem die Wand dann 0,88mm stark sein soll.
      Das nochmal überprüfen und für jedes Filament testen.

      Wenn ihr die Temperatur ändert nochmal überprüfen ;)

      Und Finger weg von den ESteps....
      Das war vielleicht mal der einzige Weg, aber der Flow soll genau diese Unterschiede ausgleichen.


      Btw Flow kann auch unterschiedlich benannt sein, je nach Slicer, ich nutze Cura ;)
      Dateien
    • @Yamie
      Ich weiß, du druckst sehr viel, auch für diese Community. Ich denke auch, dass du schon wahnsinnig viele Einstellungen durch hast, was deinen Drucker angeht.
      Ich bin sicherlich nicht so tief in der Materie wie du, aber ich würde auch gerne was zu den E-Steps sagen.

      Nebenbei bin ich auch in einem speziellen 3D Druck Forum unterwegs.
      Dort wird ganz klar darüber gesprochen, dass man die E-Steps einstellen soll/muss.
      Dort wird auch davon gesprochen, dass man das Hotend abschrauben soll, damit das Ergebnis nicht verfälscht wird durch genau solche Sachen wie du oben erwähnt hast.

      Auch die Übersetzung vom Extruder hat sicherlich Einfluss darauf.
      Ich denke aber selbst, dass es sehr wichtig ist die E-Step zu konfigurieren. Woher sollte der Stepper Motor wissen, wie viel Schritte er gehen muss, dass genau das 100mm gefördert werden?
      Das Spiel die Übersetzung vom Extruder doch erstmal nebensächlich eine Rolle.

      Ich sage da speziell dem Stepper wie viele Schritte er gehen muss. Ändere ich jetzt den Extruder mit einer anderen Übersetzung, muss ich nochmal noch die Stepps einstellen, damit der Stepper mit den neuen Extruder auch wieder genau diese zb. 100mm fördern kann.
      3d-druck-community.de/showthread.php?tid=27884

      Der Flow und die Liniebreite kommen dann nachdem erst ins Spiel.
    • @wusa Danke für das Lob :)
      Und ich werde nochmal genauer auf das eingehen was ich meinte, bzw. worauf ich mich bezog.

      Du hast natürlich Recht, die Steps müssen eingestellt werden.
      Grade die E Steps wenn man was am Extruder geändert hat, also neuer Motor, neue Räder etc.
      Und es schadet auch nicht den Wert zu überprüfen, grade bei weniger hochwertigen Extrudern.
      Es ist auch richtig, dass man es dann nicht durch ein Hotend macht, zumindest das Nozzel sollte ab.

      Ich habe viele Videos oder Forenposts gesehen, die vielleicht irgendwann mal ihre Richtigkeit hatten, heute dann aber nicht mehr hilfreich sind wenn spezielle Probleme gelöst werden sollen. Denn viel zu oft werden Flow Probleme dann durch die E Steps angegangen.
      Das verursacht dann aber oft neue Probleme und hilft nicht immer.
      Vor allem dann nicht, wenn man verschiedene Filamente druckt.
      Die Steps allgemein sollten nicht regelmäßig kalibriert werden. Eigentlich nur, wenn man was verändert hat. Und beim Extruder speziell haben wir den Flow ohnehin als profilspezifischen Korrekturfaktor, also können je Filament ein Profil anlegen.

      Ich könnte einen vollkommen falschen E Step einstellen, solange ich den Flow richtig anpasse druckt der dennoch ordentlich.
      Es kommt da dann eher zu Abweichungen beim Linear Advance und Retract, aber auch das könnte man anpassen.

      BondTech gibt für ihren BMG einen E Step von 415 an, Trianglelab einen von 420.
      Diese Werte sind quasi von der Mechanik vorgegeben, zumindest wenn man einen Stepper mit den üblichen 1,8° hat.
      Die Abweichungen von diesen Werten ist minimalst bedingt durch Spiel in den Rädern oder Lagern.
      Wir gehen an dieser Stelle aber auch schon davon aus, dass die VRef oder der Current vom Treiber richtig eingestellt ist :)

      Bei den älteren Modellen war das sicher gravierender, aber auch da reicht einmaliges einstellen.
      Denn wie beschrieben handelt es sich dabei nur um einen Wert der fix im Drucker ist und danach eigentlich nicht wieder angefasst werden sollte.


      Und zu dem Einstellen, klar könnte man das ausrechnen aber einmal nachmessen ist einfacher und zuverlässiger, da bin ich 100% auf deiner Seite :)

      Theoretisch könnte man die Übersetzung so errechnen.
      Ein Stepper Motor mit 1,8° hat 200 Steps für eine Volle Umdrehung (360°)
      Wenn nun auf der Welle von diesem Stepper ein Drivegear sitzt, welches direkt das Filament bewegt
      Und dieses Drivegear hat einen Druchmesser von 7mm, so ist dessen Umfang 7mm * PI = ~22mm
      Bei einem Step ist die zurückgelegte Strecke also 22mm / 200 = 0,11mm
      Um zB. 1cm Strecke zurück zu legen brauchen wir dann 10mm / 0,11mm = 91
      Auf X und Y liegt es dann an den Drivegears und den Gurten und auf Z an der Spindel

      Bei der Eingabe in die FW kommt dann oft noch mehr dazu und wir haben noch Mico/Babysteps und oft auch Faktoren in der FW selber.
      Je nach Drivegear, Übersetung usw... kommt man dann auf ganz andere Zahlen :)

      Der reguläre MK8/MK10 sollte E Steps um 93 haben
      Der Creality DualDrive eher 137
      Ein Titan 393
      Der Bondtech BMG 415 und der TriangleLab 420


      Mein Ratschlag ist, diesen Wert einstellen, einmal mit ganz frei liegendem abgerollten Filament (möglichst steif PLA oder Ähnliches) ohne Nozzel und recht stark eingespannt die 100mm extrudieren und schauen ob man da sehr nah dran ist. Das sollte bei 1,75mm Filament eigentlich immer der Fall sein.
      Denn auch beim Kalibrieren muss man beachten, dass so viele Faktoren, einige hatte ich oben genannt, das beeinflussen können. Und grade wenn man häufiger mal das Filament wechselt tut man sich beim ständigen Kalibrieren der E Steps echt keinen Gefallen.