Was ist der technische Hintergrund für die Beschränkung der Übertragungsleistung auf 25 mW?

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    • Was ist der technische Hintergrund für die Beschränkung der Übertragungsleistung auf 25 mW?

      Hallo Freunde

      Ich will hier keinesfalls eine heiße Diskussion wegen der Vorschriften in Gang setzen!
      Mich würde lediglich der technische Hintergrund interessieren, der den Unterschied zwischen USA ( bis 1000 mW)
      und bei uns (25 mW) erklärt.

      Vielleicht weiß das ja jemand.
      Ich tu mich rein psychisch immer leichter mit einer Vorschrift, wenn man den Beweggrund kennt.
    • Es gibt halt die Festlegung welcher Frequenzbereich für welche Anwendung mit welcher Leistung erlaubt ist: bundesnetzagentur.de/DE/Sachge…an/frequenzplan-node.html

      Bsp für FPV:


      Woher genau der 25mW Wert stammt? Das wüsste ich auch gern. Könnte genauso gut 100mW sein oder im Watt Bereich liegen wie andere Einträge der Tabelle zeigen.
      Nutzung "ziv, mil" zeigt allerdings dass sich dann zivile und militärische Anwendungen öfter stören könnten. Und natürlich gleiche Anwendungen wie zwei FPV Piloten sowieso

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von jbman ()

    • Da Longrange in Deutschland im Normalfall nicht erlaubt ist, reichen 25 mW. Und da sich alle brav an die Gesetze halten, macht auch keiner was falsch.
      CLT140, Piko BLX, LittleBee 20A, RCX1407-5000KV, Foxeer Micro, XM+
      E-Flite X-Vert Vtol, Unify, Foxeer Micro, SpektrumAIO
      ZOHD Dart 250g, Unify Pro HV, Foxeer Mix
      Mobula7 4K, Caddx Tarsier
      Schnatti ^^
      FrSky X-Lite
      Jugendliche, rechts und links 2000 Volt und oben brennt keine Lampe! :P :P
    • Naja, bei digitalem FPV ist 25mW nicht wirklich ideal. Für Racing ja, aber sonst? - auch im Rahmen der Regelungen nicht.

      Die 25mW kommen meines Wissens aus Überlegungen bzgl anderer Bänder & Anwendungen. Wenn man eine Bevölkerungsdichte wie in der Stadt annimmt, muss man die Sendeleistung öffentlicher Bänder stark beschränken, damit sich nicht alle nur noch gegenseitig behindern. Das gilt insbesondere für Anwendungen, die permanent senden. Eine Funkfernbedienung fürs Auto ist relativ harmlos. Die sendet bei normaler Nutzung keine 10s pro Stunde. FPV sendet dauernd. Sowas wird dann halt stark reglementiert.
      Ich gehe mal davon aus, dass bei der Frequenzzuteilung niemand unseren Usecase betrachtet hat, denn auf dem freien Feld stört man keinen. In der Stadt ist das hingegen was anderes.
    • Stefan73 schrieb:



      Die 25mW kommen meines Wissens aus Überlegungen bzgl anderer Bänder & Anwendungen.
      Ich gehe mal davon aus, dass bei der Frequenzzuteilung niemand unseren Usecase betrachtet hat, denn auf dem freien Feld stört man keinen. In der Stadt ist das hingegen was anderes.
      Ich hab noch so eine Amateurfunklizenz Klasse A aus der Amateurfunk AG in der Schule. :D
      Auf dem 6cm Band (5,65GHz - 5,85GHz) darf ich mit bis zu 75W (=75000mW) senden, auch in der Stadt und auch mit selbstgebastelten oder modifizierten Sendern. ;)
      FPV damit ist leider Grauzone bis verboten... Aber von Störungen habe ich selbst bei solchen Sendeleistungen noch nichts gehört.
    • Das wäre eigentlich sowoeso meine nächste Frage gewesen:
      Wen würde man stören, wenn man mit mehr Leistung sendet?

      Also, wenn man in 150m Abstand zum nächsten Haus, mit 1000 mW unterwegs wäre,
      bräche bei dem das Wlan zusammen - wohl nicht oder?
      Oder halt eventuell andere Anwendungen.
      Wenn jemand nach dem schon fast christlichen Leitsatz vorgeht "Die Freiheit des Einzelnen endet dort,
      wo er die Freiheit der Anderen einschränkt!", ist das schon ein wichtiger Aspekt.
    • @Redbull420 der Vergleich mit dem Amateurfunk hinkt. Der Gesetzgeber gibt dem Amateurfunker mehr Rechte, weil er davon ausgeht, dass dieser weiß was er tut und Störungen anderer vermeidet. Er gibt nicht das Recht an die Amateurfunker ohne Nachzudenken mit 75W Dauerstrich zu senden.
      Für die unlinzensierte Benutzung muss man halt von gedankenloseren Anwendern ausgehen und versucht die Störungsmöglichkeiten zu limitieren. Dazu kommt, dass die Zahl der Amateurfunker sehr klein ist. Wir liegen aber bei 25mW ist zu konservativ zusammen. Die 1W der Amis sind mE sinnvoller.

      @Seppel Folgende Überlegung: die Leistung des Signals verteilt sich auf eine Kugeloberfläche, wenn man eine isotrope Antenne annimmt. Also geht die Leistungsdichte mit dem Quadrat des Abstands runter. Nehmen wir also mal an, dass Du 20m Abstand zum Nachbarn hast, wenn Du mit einem 25mW Woop im Garten fliegst. Wie weit musst Du weg sein, damit 1000mW beim Nachbarn die selbe Leistungsdichte erzeugen? - Wenn man die Rechnung auf dem freien Feld zur Bebauungsgrenze ansetzt, stört man m. E. niemanden mehr als ein FPV Nachbar.
    • Es gibt z.B. Satelliten Uplink Frequenzen auch im 6cm Band, da könnte durchaus eine Freigabe Erhöhung der terrestrischen Sendeleistung für alle ein Problem werden. Auch Radargeräte z.B. arbeiten unter anderem in diesen Bereichen, und wenn jetzt "Gott und die Welt" auf diesen Frequenzen mit nennenswerter Leistung (1W+) senden dürfte, könnte das eine heftige Störung deren Funktion nach sich ziehen.

      Es ist auch nicht die einzelne Störaussendung alleine, die Menge macht die "Musik"!
      Im Kurzwellenbereich war es für Funkamateure bis in die 80er Jahre hinein möglich, mit geringen Sendeleistungen und relativ einfachen Drahtantennen weltweiten Funkverkehr zu betreiben. Mit dem Aufkommen von immer mehr Konsumelektronik hat das "Grundrauschen", also der Anteil von unerwünschten Aussendungen immer mehr zugenommen - wo z.B. am Rand eines kleinen Vorortes auf einer bestimmten Frequenz 1980 ein "Grundrauschen" (zusammengesetzt aus den verschiedensten Quellen) von -115 dBm an einer Drahtantenne zu messen war, liegen heute um die -85 dBm an.

      Spoiler anzeigen

      Ok - Bahnhof, dB Rechnung kurz erklärt:

      dB = dezi (zehntel) Bel
      dBm = Unterschied in zehntel Bel zu einem Milliwatt Leistung (0 dBm = 1 Milliwatt)

      für einen Unterschied von 3 dB beim Empfänger wird die doppelte Leistung beim Sender erforderlich,
      für einen Unterschied von 6 dB die 4 fache,
      für einen Unterschied von 10 dB die zehnfache,
      für einen Unterschied von 20 dB die hundertfache,
      für einen Unterschied von 30 dB die tausendfache, Leistung!



      Es ist also allein durch den Anstieg des "Grundrauschens" die für die Kommunikation erforderliche Sendeleistung in diesem Fall um den Faktor 1000 zu erhöhen!

      Die Menge macht es also, Kleinvieh macht auch Mist ;)
      Wenn 10 Sender (oder, wie so oft Geräte mit ungewollten Störaussendungen) im Umkreis von 100km eines Radioempfängers eingeschaltet sind, ist das kein Problem. Sind es aber Zehntausende, ist das Radio unbrauchbar geworden.

      Ich bin kein Heiliger, aber immer volle Pulle - muss das sein?*
      Es ist schlicht nicht sinnvoll, für jede Anwendung die erlaubten Leistungen um den Faktor 40 zu erhöhen. Das würde über kurz oder lang auch das Grundrauschen um diesen Betrag erhöhen. Der geneigte FPV Pilot müsste mit der Sendeleistung nachziehen..

      Im 5Ghz ISM Bereich (wo unsere Videoübertragung stattfindet) sind nun mal 25mW EIRP erlaubt. Wenn das geändert wird, dann nicht nur für uns - mit den entsprechenden Folgen für das "Grundrauschen".

      Mitten in der Eifel wohl nicht (hügelig und wenig Einwohner), aber schon im flachen Norddeutschland müsste man den Anstieg des Rauschens durch eine Vervielfachung der Sendeleistung kompensieren - was heute mit 200mW geht würde dann 10W erfordern - das will wohl keiner.



      Mo (Funkamateur seit Zeiten mit wenig "Chinajubelelektronik")
      *und ja, ich darf Sender selbst bauen und betreiben, und auch mit >25mW EIRP
    • Danke für den Einblick! Mit anderen Worten je höher die Einwohnerdichte/Haushaltsdichte, desto mehr Sinn macht es die Sendeleistung zu begrenzen, was dann vielleicht auch die Unterschiede zwischen USA und EU erklärt und warum in Japan glaube sogar noch weniger erlaubt ist (? bin mir nicht sicher)

      Aber meinst du nicht, dass im Zuge der Digitalisierung und damit besserer Fehlerkorrektur ein höheres Grundrauschen auch einfach tolerierbarer geworden ist? Letztenendes ists glaube ja eher so, dass z.B. Wifi unser Videosignal merkbar mehr stört als umgekehrt. Selbst Wifi sendet ja mit 100mw (2,4 GHz) oder 200mW bis 1W (5 GHz).

      Wäre es denn z.B. zulässig, wenn man einen VTX auf Wlan Frequenz 5,470 GHz - 5,725 GHz mit 1W betreibt? Zumindest könnte man ja dann quasi legal abseits von anderen Wifi Netzwerken gut Durchdringung haben.
    • Die Einwohnerdichte spielt technisch eine Rolle, aber sei US Regel gilt in Manhattan genauso wie mitten auf dem Salzsee.

      FPV darf man nicht legal auf den WiFi Frequenzen betreiben. Die Bänder sind für diese Art der Nutzung nicht zugelassen. Aber die Zulässigkeit von 1W bei WiFi ist für die Amateurfunker sicherlich schlimmer als einige wenige FPVler. Mo's Argument ist inhaltlich richtig, aber FPV spielt dabei keine relevante Rolle.
    • Stefan73 schrieb:

      Mo's Argument ist inhaltlich richtig, aber FPV spielt dabei keine relevante Rolle.
      Gehe ich mit, aber wir fliegen nun mal nach den gesetzlichen Regeln des ISM Bandes. Entweder für alle ISM Anwendungen werden Regeln geändert (mit entsprechenden Auswirkungen), oder eine Regel speziell für den FPV Flug wird eingeführt.
      Wer an letzteres glaubt, hat am Freitagabend auch auf das Christkind hinterm Vorhang gewartet ;)
    • Herzlichen Dank euch, für die technischen Einblicke!

      Bei dem Thema besteht ja immer die Gefahr, dass die Diskussion abgleitet,
      wegen der nunmal existierenden Vorschrift.
      Ich will hier nicht dazu aufrufen, die Regeln zu missachten, sondern die Beweggründe zu erforschen,
      warum es diese Regel gibt.

      Trotz der sehr kompetenten Beiträge, bleibt es für mich als Laien unklar, warum es in USA anders ist.
      Vielleicht habe ich auch bloß nicht Alles verstanden.
      Tja, sind halt mal in Deutschland, was soll´s.