EU beschliesst einheitliche Regeln für Drohnen

    • der_ray schrieb:


      Der Grisss schrieb:

      Wenn man sowas versichert bekommen würde so dass alle Kosten abgedeckt werden wäre der Beitrag so
      hoch da würde eine Lieferung das Jahresgehalt eines Postboten kosten.
      Quelle?
      Edit:
      Wahrscheinlich pusht man das deßhalb auch in der Logistik absolut gar nicht und absolut keiner der größeren Player hat Interesse daran, weil das wirklich so ist, wie du sagst. :thumbsup:
      Nein,das liegt daran dass die Risiken bei wirtschaftlicher Nutzung immer vollkommen runtergespielt
      werden und die Modellflieger braucht ja keiner also weg mit denen.....
      .......und immer ne Hand breit Luft unter den Props :D
    • Der Grisss schrieb:

      Rein vom logischen her ist das Risiko was von diesen Paketdrohnen ausgeht 10 mal höher
      Nein.
      Rein vom logischen her ist das Risiko eines nach Standards und Vorgaben gefertigtem Fluggerät, welches von Profis regelmäßig gewartet und gecheckt wird verschwindend gering, im Vergleich zu dem, was wir durch die Luft schubsen, gerade weil ein komerzielles Interesse dahinter steht.

      Der Grisss schrieb:

      die Risiken bei wirtschaftlicher Nutzung immer vollkommen runtergespielt werden
      Quelle bitte. Oder behauptest du das jetzt einfach mal so, weil es zu deiner Narrative passt?

      Gerade bezogen auf die Luftfahrt ist das der größte Quatsch den ich dieses Jahr gelesen habe. Wenn du dich jetzt pers. angegriffen fühlst, weil ich Quatsch gesagt habe, melde den Beitrag einfach, ist hier ja so, dass das schon als pers. Beleidigung gesehen wird.

      Klar wird die ein oder andere runterkommen, aber das ist halt einfach Mathe. Fakt ist aber, das im Luftfahrtbereich extrem hohe Standards gelten. Die sind bei uns sogar so hoch, das man Unsummen in Projekten wie dem Eurohawk verblasen hat, nur um rauszufinden das auch ein solches Projekt eben diesen nicht genügt, und du willst mir jetzt ernsthaft sowas hier erzählen? Was meinst du denn, warum DHL seit 7 Jahren am werkeln ist?

      Das Problem was es halt gibt sind wir. Trotzdem dürfen wir noch überall fliegen. Einfach so. Erklär mir doch auch mal bitte, warum dein Hobby jetzt kaputtgemacht wird.

      Um nochmal auf den Anfang unserer Unterhaltung zurückzukommen, A3 geht bis 25kg, nur mal so ;)
    • der_ray schrieb:

      Nein.Rein vom logischen her ist das Risiko eines nach Standards und Vorgaben gefertigtem Fluggerät, welches von Profis regelmäßig gewartet und gecheckt wird verschwindend gering, im Vergleich zu dem, was wir durch die Luft schubsen, gerade weil ein komerzielles Interesse dahinter steht.

      Klar wird die ein oder andere runterkommen, aber das ist halt einfach Mathe.
      Ich glaube du liest zuviel DHL-Werbung :D
      Bei der großen Menge an Coptern werden sogar so einige runterkommen.Aber darum gehts ja gar nicht. (denen jedenfalls nicht)
      Es geht darum dass die Hobby-Flieger im Weg sind und das wird sich garantiert weiter verschärfen.
      Am Ende ist der Einzelne der Gelackmeierte und die EU hat alles in der Hand wie in vielen Dingen.
      Wems gefällt: Bitte sehr.
      Einige werden darüber sicher nicht besonders froh sein.
      .......und immer ne Hand breit Luft unter den Props :D
    • ich habe mal länger hier gelesen aber keine Antworten auf meine Fragen gefunden.

      Ich habe mir die Punkte auf der LBA.de Seite durchgelesen

      Die erste Frage die ich mir stelle: Was ist ein UAS?
      Wenn ich die Definition richtig lese, ist das eigentlich jedes ferngesteuertes Flugzeug, oder?
      Dann die Altersfreigabe: Kinder unter 16 Jahren, die heute schon fliegen, die auch schon Flugzeuge, Hubschrauber und auch Multikopter mit Kameras haben. Was machen die Kids? Einpacken?
      Die ganzen alten Copter. Das sind das alles Copter in der offenen Klasse? Was darf ich wirklich noch damit?
      Die Racecoper wie die Nazgul5. Was darf ich damit noch?
      Eine Frage.. Gibt es Sonderrechte auf Modellflugplätzen oder Hallen?
      Was ist mit den Geschwindigkeiten? Wenn die Racedrohne schneller als 70km/h fliegt? Muß sie einen Langsamflugmodus haben um bei mir in der nähe zu landen? weil 30m weit weg ist der Multikopter für LOS Flug zu weit weg.
      Dann habe ich noch gehört, das der kleine Drohnenführerschein um die 30 Euro kosten soll. und nach 5 Jahren erneuert werden muß. Der Größerer soll zwischen 300 und 700 Euro kosten und läuft wohl auch nach 5 Jahren ab.
      Was braucht man dann für einen Racecopter für einen Schein?

      Über Eure Antworten würde ich mich freuen.
      Danke
    • @MR8 Deine Fragen werden größtenteils hier beantwortet: EU beschliesst einheitliche Regeln für Drohnen

      Ansonsten steht das alles in der Verordnung:

      MR8 schrieb:

      Die erste Frage die ich mir stelle: Was ist ein UAS?
      Wenn ich die Definition richtig lese, ist das eigentlich jedes ferngesteuertes Flugzeug, oder?
      Ja. Aber auch autonome Drohnen. Artikel 2: „unbemanntes Luftfahrzeugsystem“ (unmanned aircraft system, UAS): ein unbemanntes Luftfahrzeug sowie die Ausrüstung für dessen Fernsteuerung;

      MR8 schrieb:

      Dann die Altersfreigabe: Kinder unter 16 Jahren, die heute schon fliegen, die auch schon Flugzeuge, Hubschrauber und auch Multikopter mit Kameras haben. Was machen die Kids? Einpacken?
      Steht in Artikel 9. Kurzfassung:
      1. Fertigdrohnen der Klasse C0 oder
      2. Selbstbau unter 250g oder
      3. Unter Aufsicht älterer Piloten
      4. Im Rahmen von Vereinen
      Weiterhin könnte Deutschland das Mindestalter senken. Da weiß ich aber nix von bisher.

      MR8 schrieb:

      Die ganzen alten Copter. Das sind das alles Copter in der offenen Klasse? Was darf ich wirklich noch damit?
      Für Fertigdrohnen ohne Klassifizierung gilt eine Übergangsbestimmung (Artikel 20 & 22). Selbstbau bleibt Selbstbau.

      MR8 schrieb:

      Die Racecoper wie die Nazgul5. Was darf ich damit noch?
      Selbstbau. Siehe verlinkten Post oben.

      MR8 schrieb:

      Eine Frage.. Gibt es Sonderrechte auf Modellflugplätzen oder Hallen?
      Ja. Wie da die Bestimmungen genau aussehen bestimmt der Verein. Artikel 16 gibt den Rahmen vor.

      MR8 schrieb:

      Was ist mit den Geschwindigkeiten? Wenn die Racedrohne schneller als 70km/h fliegt? Muß sie einen Langsamflugmodus haben um bei mir in der nähe zu landen? weil 30m weit weg ist der Multikopter für LOS Flug zu weit weg.
      Für Selbstbau/privat hergestellt gelten die Bestimmungen der Klassen C0 bis C4 nicht.

      MR8 schrieb:

      Dann habe ich noch gehört, das der kleine Drohnenführerschein um die 30 Euro kosten soll. und nach 5 Jahren erneuert werden muß. Der Größerer soll zwischen 300 und 700 Euro kosten und läuft wohl auch nach 5 Jahren ab.
      Was braucht man dann für einen Racecopter für einen Schein?
      Die Kompetenznachweise gelten 5 Jahre (Anhang, Abschnitt UAS.OPEN.070). Kosten stehen nicht fest, aber ich habe beim LBA nachgefragt. Die sagen "niedriger zweistelliger Bereich" für die Online-Theorieprüfung (aka "kleiner Drohnenführerschein"). Deine 30 Euro könnten also hin kommen. Den "großen Drohnenführerschein" brauchst du als Hobby-Pilot nach aktuellem Kenntnisstand nicht. Stimmt so nicht. Wenn du mit einer Fertig-Drohne in A2 unterwegs sein willst, dann brauchst du den. Ein Mavic z.B. innerstätisch würde darunter fallen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von silbaer () aus folgendem Grund: Korrektur zu Drohenführerschein.

    • Besten dank für die ausführlichen Antworten.

      Aktuell fliegen wir noch Kleinstcopter neben den großen Flächen. Aktuell neu eingetroffen, eine Eachin E58. Nettes kleines Ding. Heute war der erste Probeflug. Bei 40 Euro konnte ich nicht nein sagen. Und da man noch daran einiges Verbessern kann für schmales Geld... reizt mich das Ding. Will meinen Sohn wieder mehr motivieren mehr draußen zu machen.
      Die Nazgul 5V2 soll dann kurz vor Weihnachten bestellt werden. Aktuell stehen noch ein paar andere Pläne auf dem Zettel.

      Aber zurück zum Thema:
      Die Artikel habe ich leider nicht gefunden nur augenscheinlich eher de FAQ des LBAs.

      Zusammengefaßt:
      Alles was nicht zertifiziert ist, unter 250g geflogen wird, bedarf aktuell keinen Drohnenführerschein, aber den Kenntnisnachweis.
      Beim dritten Mal würde ich sogar sagen, das ich den bei der offenen Klasse bis 4kg auch nicht brauche.
      Die Altersbeschränkung kann man aushebeln, in dem eine Begleitperson dabei ist.
      Auf Vereinsgeländen / Privatgeländen gibt es dann auch eigene Bedingungen die einige Bedingungen aushebeln können.
      Die Registrierung ist erforderlich, scheint aber der DMFV augenscheinlich einmal zentral zu übernehmen, wenn man Mitglied ist.
      Dann bekomme ich eine e-ID.
      Wenn ich eine Drohne "Marke Eigenbau" betreibe, muß ich sie zwar mit dieser Nummer bekleben, aber wenn nicht vorhanden, muß ich sie auch nicht fernabfragefähig machen. Somit entfällt die Beschriftung mit Namen und Adresse. Richtig?
      Zusammengestellt, sollten das alle wichtigen Punkte sein, oder habe ich etwas wichtiges vergessen?


      Man ist das kompliziert, wenn es es keiner erklärt.
      Ich denke, ich werde mal den kleinen Schein machen. Alleine um das ganze Wissen einmal vermittelt zu bekommen.
    • MR8 schrieb:

      Die Artikel habe ich leider nicht gefunden nur augenscheinlich eher de FAQ des LBAs.
      Hier ist die EU-Verordnung: eur-lex.europa.eu/legal-conten…R0947&from=DE#d1e954-45-1
      Dort findest du dann die entsprechenden Artikel.

      MR8 schrieb:

      Auf Vereinsgeländen / Privatgeländen gibt es dann auch eigene Bedingungen die einige Bedingungen aushebeln können.
      Fliegen im Rahmen des Vereins! D.h. nicht, dass du auf beliebigen Privatgelände fliegen darfst. Die Vereine müssen auch bestimmte Regularien erfüllen.

      MR8 schrieb:

      Die Registrierung ist erforderlich, scheint aber der DMFV augenscheinlich einmal zentral zu übernehmen, wenn man Mitglied ist.
      Dann bekomme ich eine e-ID.
      Wenn ich eine Drohne "Marke Eigenbau" betreibe, muß ich sie zwar mit dieser Nummer bekleben, aber wenn nicht vorhanden, muß ich sie auch nicht fernabfragefähig machen. Somit entfällt die Beschriftung mit Namen und Adresse. Richtig?
      Zusammengestellt, sollten das alle wichtigen Punkte sein, oder habe ich etwas wichtiges vergessen?
      Ja, richtig. Mir scheint nichts vergessen. Aber meinen verlinkten Post beachten. Spotter brauchst du z.B. immer.

      MR8 schrieb:

      Ich denke, ich werde mal den kleinen Schein machen. Alleine um das ganze Wissen einmal vermittelt zu bekommen.
      Die Online-Prüfung musst du auf jeden Fall machen, wenn du mit mehr als 250g, sprich deinen Nazgul, fliegen willst.
    • Alles klar. Besten Dank. War gerade noch einmal auf er Seite des DMFVs Da ist ein recht einfach gehaltenes Video, was einiges erklärt. Der Kenntnisnachweis wird dann ersetzt durch einen erweiterten Kenntnisnachweis. Sehr spanend.
      Die frage der Definition Eigenbau. Der Nazgul beispielsweise ist in seiner Form ja kein "Eigenbau" behalten Sie dann Bestandsschutz? Das habe ich noch nicht so ganz durchschaut.
      Denn hier fand ich folgenden Satz auf der DMFV Seite:
      Die Definition 16 in Artikel 2 des EU-Gesetzes 947 dagegen kann missverstanden werden: Privat hergestellt ist „ein UAS, das vom Erbauer für seine eigenen Zwecke zusammengebaut oder hergestellt wurde, mit Ausnahme von UAS, die aus Bauteilen zusammengesetzt werden, die als Fertigbausatz in Verkehr gebracht werden“. In der Diskussion mit der EASA in Köln hatten deren Vertreter erklärt, damit seien Fertigbausätze für UAS gemeint, keine vorgefertigten Flugmodelle, die noch mit der Steuerung auszustatten sind.

      Und wie wird der Nazgul eingestuft, wenn ich ihn in Dezember Bestelle aber erst im Januar ankommt, wenn die neuen EU Regeln greifen?

      Besten dank bis hier her. Sorry, das ich so detailliert frage... aber ich fand, das meine Fragen hier am Besten hinpaßten.
    • silbaer schrieb:

      FPV Juice schrieb:

      Für Selbstbau-Drohnen und Racer wird es wohl spätestens 2022 noch ein Standard-Szenario für die
      spezielle Kategorie geben.
      Wie kommst du darauf? Selbstbau wird in der offenen Klasse unter A1/A3 abgedeckt.
      Habe ich von jemand der sich seeeeeeeeeeeeeeehr gut mit der gesamten Materie auskennt. ;)
      We will see...
      DJI FPV > next Step:
      - "fixed/reduced" latency Proracemode (LQ Mode)
      - audio transmission
    • Du, frag mich nicht, ich beschäftige mich da nicht intensiv damit und habe annähernd null Durchblick, dass ist nicht meine Welt, diese ganzen Rechtsthematiken. Aber die Info ist von jemandem, der quasi in dieser Welt lebt und mit seinen "Prognosen" fast ausschließlich richtig lag in den vergangenen Jahren.

      Fernab dieser neuen Scheine, der U250g Spotterpflicht und dem Flugverbot in Städten bzw. Abstand zu Menschen etc., wird das denke ich in unserem Bereich ja niemanden tangiern was da kommt.
      Und dem Rest muß ich mich als gewerblicher Pilot sowieso unterwerfen, um weiter in dem Bereich arbeiten zu können.
      DJI FPV > next Step:
      - "fixed/reduced" latency Proracemode (LQ Mode)
      - audio transmission
    • @FPV Juice Ok, den gewerblichen Kram habe ich gar nicht betrachtet, weil das für die meisten hier uninteressant ist. Aber für gewerblich werden sicher die Standard-Szenarien für die Spezifische Kategorie interessant. Oder auch das LUC, bei dem die Bedingungen echt heftig klingen, aber bei einem Selbständigen ja alles in Personalunion geschieht und dann eigentlich nur Dokumentationspflichten übrig bleiben wie mir scheint....
    • "Sorry Herr Wachtmeister, meinen Spotter können Sie von hier aus nicht sehen." ;)

      Also unsere Dorfsherrifs hier werden eventuell die Versicherungsbestätigungen sowie ggf. die Plaketten und die Registrierungen kontrollieren. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die mit irgendwelchen Taschenwaagen rumlaufen oder irgendwelche Möglichkeiten zur Ermittlung der Sendeleistung haben. Alles in allem waren die Cops bis jetzt immer begeistert von unserem Hobby und waren recht gelassen als sie gesehen haben, dass wir nicht mit irgendwelchen Filmkoptern die Nachbarschaft ausspähen, sondern mit Miniquads Rennen fliegen.

      Wir sind alle vereinsmäßig organisiert, entweder in einem echten eV oder als Interessengemeinschaft. Wir haben alle Versicherungen und ordnungsgemäß beschilderte Dröhnchen sowie mehrere legale Gelände, wo wir fliegen können, einige echt abgelegene Wildspots und nur wenige Locations, wo sich eventuell jemand gestört fühlt oder rumzickt.

      Ich seh der ganzen Regelwut erstmal gelassen entgegen und so wie bisher unterwegs sein. Erstmal abwarten und sehen worauf der Focus bei Kontrollen (sofern überhaupt) von Kopterpiloten gelegt wird.

      BtW: Gibts eigentlich schon sowas wie nen Bußgeldkatalog?
      0% Scale - 100% Fun ;)
      Viele Grüße, Metti
    • RotorHead Metti schrieb:

      "Sorry Herr Wachtmeister, meinen Spotter können Sie von hier aus nicht sehen." ;)
      Also unsere Dorfsherrifs hier werden eventuell die Versicherungsbestätigungen sowie ggf. die Plaketten und die Registrierungen kontrollieren. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die mit irgendwelchen Taschenwaagen rumlaufen oder irgendwelche Möglichkeiten zur Ermittlung der Sendeleistung haben.
      Ich seh der ganzen Regelwut erstmal gelassen entgegen und so wie bisher unterwegs sein. Erstmal abwarten und sehen worauf der Focus bei Kontrollen (sofern überhaupt) von Kopterpiloten gelegt wird.

      BtW: Gibts eigentlich schon sowas wie nen Bußgeldkatalog?
      Ich sehe das auch gelassen mal ehrlich wer und wie soll man das jemals kontrollieren?
      Das ist ne Lachnummer nicht mehr die schaffen es nicht mal die Corona Regeln durch zu setzen geschweige denn Masken Pflicht zu kontrollieren.
      In den 28 Jahren wo ich jetzt Auto und Motorrad fahr bin ich bis jetzt 2 mal Kontrolliert worden und das auch nur weil ich zu Laut war! ;) :D
    • Neu

      Mal was aktuelles, passendes zum Thema mit kurzem (Werbe) Video hinter dem Link (ist zwar Morgenpost+, mit Adblocker aber aufrufbar). Der Text ist viel blabla. Die Kernaussage steht im Subtitel: Der Regelbetrieb startet 2021.

      morgenpost.de/berlin/article23…nfluege-retten-Leben.html

      Berlin testet Drohnen-Flüge für Medizin-Transporte
      Dringende Notfalltests werden in Berlin künftig durch die Luft transportiert. Der Regelbetrieb startet 2021.

      Berlin. Als das Flugobjekt „SUI-9843“ an diesem trüben Dienstagnachmittag surrend in den Himmel steigt, ist ein Quantensprung für die Notfallmedizin in Berlin eingeläutet. Künftig sollen dringende Laboruntersuchungen per Drohne von den Krankenhäusern zum Labor Berlin transportiert werden, um Zeit zu sparen und Leben zu retten. „Das wird uns extrem helfen“, sagt die Chefin des Labor Berlin, Nina Beikert, während sie den Flug der Drohne am Himmel verfolgt. Seit dem 10. November läuft der Probebetrieb dazu, ab dem kommenden Jahr sollen alle zwölf Krankenhausstandorte im Regelbetrieb Notfalltests per Drohne an das Labor in Mitte liefern.

      Zehn bis 30 Notfalltransporte steuern jeden Tag das Labor an, um dringend notwendig Laboruntersuchungen durchführen zu lassen, zum Beispiel wenn während einer Operation unerwartete Komplikationen auftreten, oder bestimmte Blutwerte ermittelt werden müssen. Dabei geht oft viel Zeit durch den Transport verloren, dieser dauert im Berufsverkehr bis zu 75 Minuten.

      Drohne soll Transport-Zeiten deutlich verkürzen


      Diese Zeit soll künftig deutlich verkürzt werden - und so Leben retten. Per Drohne dauert der Transport dann nur noch zehn Minuten. Seit drei Jahren laufen die Vorbereitungen für das Modellprojekt, das erste dieser Art in Deutschland und ein Gemeinschaftsvorhaben von Charité, Vivantes, dem Labor Berlin und dem US-amerikanischen Drohnenhersteller „Matternet“.

      Es mussten zahlreiche Genehmigungen eingeholt werden, Start- und Landeplätze eingerichtet werden. Jetzt ist es fast soweit. Bis zum Ende des Jahres will das EU-Parlament die Voraussetzungen für Drohnenflüge europaweit regeln, dann kann der Regelbetrieb für die Drohnenflüge in Berlin starten. Bislang sind solche Transportflüge - außer zu Testzwecken - jeglicher Art verboten.

      „Ich hätte nicht gedacht, dass man das hinbekommt“, sagt der Leiter des Corona-Behandlungszentrums an der Jafféstraße, Detlef Corsepius. Auf dem Gelände des Behandlungszentrums in Westend fand ein Großteil der Testflüge statt. Auf dem Messegelände steht viel Platz zur Verfügung und das Krankenhaus befindet sich - noch - nicht im Regelbetrieb, deswegen konnten die Abläufe dort gut erprobt werden.

      Das Unternehmen Matternet ist auf solche Flüge spezialisiert. In der Schweiz und den USA beliefern die Fluggeräte der US-Firma bereits einzelne Krankenhäuser und Labore. Dafür hat das Unternehmen eine eigene Drohne entwickelt. Sie kann bis zu 70 Kilometer in der Stunde fliegen und zwei Kilogramm Gewicht transportieren. Das entspricht 20 Laborproben.

      Tatsächlich werden die Fluggeräte aber auch einzelne Proben durch die Luft an das Labor liefern, wenn es besonders dringend ist. Gestartet werden soll mit den Flügen vom Benjamin-Franklin-Klinikum in Zehlendorf und dem Krankenhaus Friedrichshain, bevor dann im Verlauf des kommenden Jahres von allen zwölf Standorten aus Proben ins Labor geflogen werden.

      Die Drohne kann auch bei schwierigen Wetterbedingungen zwischen minus zehn und plus 40 Grad Celsius Außentemperatur fliegen, versichert der Hersteller. Regen macht dem Fluggerät nichts aus, es darf nur nicht zu windig sein. Im Notfall öffnet sich ein Fallschirm und die Drohne sinkt laut piepend zu Boden, wo sie geborgen werden kann. Das sei bei 26.000 Test- und Regelflügen, die die Firma bereits durchgeführt hat, aber erst zwei Mal geschehen.

      Die Flughöhe wird im Schnitt 100 Meter betragen


      Die Flüge erfolgen vollautomatisch, das heißt, die Drohne weiß, wohin sie fliegen soll und muss nicht gesteuert werden. In einem Kontrollzentrum wird lediglich überwacht, ob alles reibungslos funktioniert. Die Flughöhe wird durchschnittlich 100 Meter betragen.

      Das Labor Berlin erhofft sich durch den Drohnen-Transport eine erhebliche Verbesserung seiner Leistungen. Die maschinelle Testauswertung sei bereits zeitlich derart optimiert, dass hier keine weiteren Verbesserungen zu erwarten sind. Eine Notfall-Untersuchung ist bereits innerhalb weniger Minuten möglich.

      Zeit lässt sich also vor allem durch die Verkürzung der Transportdauer gewinnen. Im Labor - es ist das größte seiner Art in Europa - werden täglich 15.000 Proben untersucht, außerdem aktuell 3000 bis 6000 Corona-Tests. Das Labor ist ein Gemeinschaftsprojekt von Charité und Vivantes und wurde 2011 gegründet. Die 600 Mitarbeiter untersuchen Laborproben von 25.000 Krankenhausbetten aus Berlin und dem ganzen Bundesgebiet.